Stadtwerke Schaumburg-Lippe: Preise für Strom und Gas sinken zum 1. Januar 2024
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(Bückeburg/Stadthagen) Gute Nachrichten für Kunden der Stadtwerke Schaumburg-Lippe: Zum 1. Januar 2024 ist eine Senkung der Strom- und Gaspreise angekündigt. Gas- und Wärmekunden dürfen sich allerdings nur unter Vorbehalt freuen. Wir erklären, warum das so ist.

Zum 1. Januar 2024 senken die Stadtwerke Schaumburg-Lippe die Preise für Strom, Gas und Wärme. Die Stadtwerke Schaumburg-Lippe würden ohnehin nicht am sogenannten kurzfristigen „Spotmarkt“ kaufen, sondern decken ihren Energiebedarf in Teilmengen und an Terminmärkten, erklärt Geschäftsführer Dirk Rabeneck im Pressegespräch. „Gefallene Marktpreise und unsere vorausschauende Beschaffung“ machten es möglich, die günstigeren Preise direkt an die Kunden weiterzugeben. Zwar liege man noch nicht auf dem Niveau wie vor den Krisen, doch die großen Ausschläge seien vorüber.

Änderung der Tarifstruktur: Das ändert sich für Stromkunden

Für Stromkunden bedeutet dies: Die Arbeitspreise für Strom sinken in der Grundversorgung von 31,71 Cent pro Kilowattstunde (netto) auf 27,66 Cent, also 32,92 Cent inklusive Mehrwertsteuer. Im günstigsten Tarif „STROMVARIO“ zahlen Kunden nur noch 27,16 Ct/kWh netto (inklusive Steuer sind es 32,32 Ct.) statt wie bisher 31,21 Ct/kWh (netto), bei einem beispielhaften Jahresverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr. „Für einen durchschnittlichen Kunden ergibt sich so im Tarif STROMVARIO eine Ersparnis von elf Prozent, was rund 160 Euro pro Jahr bedeutet“, veranschaulicht Rabeneck. In der Grundversorgung sparen Kunden ab Januar 2024 mit jeder verbrauchten Kilowattstunde 4,81 Cent und im STROMVARIO-Tarif 4,82 Cent – jeweils inklusive Mehrwertsteuer.

Bei Nutzung der Kombi-Option (Bezug von Gas und Strom von den Stadtwerken) reduziert sich der Preis noch einmal um 0,20 Ct/kWh netto. Zudem haben die Stadtwerke ihre Tarifstruktur für elektrische Energie umgestaltet, die Verbrauchsstaffeln fallen weg. Die Netzentgelte sind aufgrund der Investitionen in den Netzausbau gestiegen. Der Messstellenbetrieb sei durch den Austausch der alten Standardzähler gegen moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsystemen zunehmend individueller geworden. „Dadurch stiegen auch die Kostenunterschiede“, so die Stadtwerke. Die Grund- und Zählerpreise orientieren sich daher künftig stärker an die Kostenstrukturen des Netz- und Messstellenbetreibers. Bei Kleinstverbräuchen könne der Gesamtpreis daher sogar geringfügig höher ausfallen.

Bleibt die Mehrwertsteuer beim Gas – wie ursprünglich geplant – für weitere drei Monate bei 7 Prozent?

Komplizierter wird es beim Thema Gas. Ursprünglich war seitens der Bundesregierung geplant, die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 Prozent beim Gas bis Ende März 2024 zu belassen. Das würde bedeuten, dass Kunden im Tarif „GASVARIO“ mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh rund 260 Euro (11 Prozent) im Jahr sparen würden. In der Grundversorgung sinken die Preise von bisher 10,67 Ct/kWh auf 9,45 Ct/kWh netto. Im Tarif GASVARIO müssen nun 8,55 Ct/kWh statt wie bisher 9,77 Ct/kWh gezahlt werden. Für beide Preise liegt ein beispielhafter Jahresverbrauch von mehr als 16.000 Kilowatt zugrunde.

Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, ob der Bund den Mehrwertsteuersatz für Gas zum 1. Januar 2024 wieder auf 19 Prozent anheben wird. Einen entsprechenden Kabinettsbeschluss dazu gibt es bereits, der finale Beschluss des Bundestags steht noch aus. Falls ja, bliebe es für die Kunden bei einer Preissenkung von lediglich zwei Prozent (44 Euro pro Jahr). Durch die günstigeren Gaspreise würden ab dem 1. Januar 2024 auch die Wärmekunden durch eine Preissenkung von etwa 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr profitieren, falls es bei einer Mehrwertsteuer von 7 Prozent bleibt. Sollte die Mehrwertsteuer jedoch wieder auf 19 Prozent steigen, würde sich der Vorteil wieder aufheben und zu einer geringen Anhebung der Wärmepreise führen.

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„Wir senken unsere Preise, aber die Umsatzsteuer und die Pläne der Bundesregierung können wir nicht beeinflussen“, so Rabeneck. Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine wurde die Mehrwertsteuer auf Gas vorübergehend abgesenkt, um so etwas gegen die explodierenden Gaspreise zu unternehmen. Würde man auf Wunsch des Bundesfinanzministers jetzt drei Monate eher als geplant zum ursprünglichen Steuersatz zurückkehren, wäre Gas mitten in der Heizperiode plötzlich wieder teurer. Experten rechnen damit, dass diese Maßnahme über 2 Milliarden Euro an Einnahmen in die Staatskasse brächte.

Von links: Axel Wohlgemuth (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung), Dirk Rabeneck (Stadtwerke-Geschäftsführer) und Oliver Theiß (Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender)

Stadtwerke Schaumburg-Lippe setzen auf geänderte Einkaufsstrategie

Langfristig haben die Stadtwerke angekündigt, mit einem neuen Einkaufsmodell für Gas an den Markt gehen zu wollen. Bis einschließlich 2024 ist der inzwischen verstaatlichte Uniper-Konzern Hauptvorlieferant. Für die Zeit danach setzt man auf ein breiter gestreuten Einkauf durch den Kooperationspartner „SüdWestStrom“ aus Tübingen, dem bereits zahlreiche Stadtwerke angeschlossen sind. Wie sich die Gas- und Strompreise in Zukunft entwickeln werden, hänge von unterschiedlichen Faktoren ab, erklärte Rabeneck.

Das große Energiepreisgefälle in Deutschland liege unter anderem an den vorgelagerten Netzentgelten für Strom. Neben vielen regionalen Netzbetreibern (die Stadtwerke Schaumburg-Lippe sind keiner) gebe es vier große Betreiber von Verteilnetzen, also Hochspannungsleitungen und unterirdischen Gleichstromtrassen. Hier würden aufgrund unterschiedlicher Kosten verschiedene Entgelte fällig. Dort, wo viel Strom aus Sonne und Wind eingespeist werde, seien diese Kosten höher. Dadurch gebe es diese ungleiche Belastung in Deutschland. „Ich persönlich halte das nicht für gerecht und man muss daran arbeiten, eine Harmonisierung hinzubekommen“, so Rabeneck.

Aufgrund der Verteuerung und Verknappung von CO2-Zertifikaten beim Emissionshandel sei auch beim Gaspreis langfristig mit Aufschlägen von mehreren Cent pro Kilowattstunde zu rechnen. Durch den globalen Markt beziehe man einen „nicht unwesentlichen Teil“ des Gases aus LNG-Gas über Schiffe, die auf den Weltmeeren unterwegs seien. Diese würden beispielsweise bei steigender Nachfrage in Asien aufgrund der Konjunktur eine Kursänderung vollziehen und eben nicht mehr Europa ansteuern.

Trotzdem bleiben die Stadtwerke Schaumburg-Lippe eigenen Angaben zufolge mit ihren Strom- und Gaspreisen „im regionalen Vergleich unter den günstigsten Anbietern und weit unter der Preisbremse.“ Die Information zur Preissenkung erhalten die Kunden der Stadtwerke Schaumburg-Lippe zum kommenden Wochenende per Post.

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