125 Soldaten des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums legen auf der Mausoleumswiese ihr Gelöbnis ab
Werbung

(Bückeburg) 125 Soldatinnen und Soldaten des Internationalen Hubschrauberausbildungszentrums haben auf der Mausoleumswiese ihren Eid bzw. ihr feierliches Gelöbnis abgelegt.

Die Gelöbnisfeier war analog zu den Jahren, in denen in Bückeburg das Bürgerschießen stattfindet, auf den Termin des „Marktplatzbebens“ von Bürgerbataillon und Hofapotheke gelegt worden. Soldaten und Bürgerbataillon marschierten daher wie schon vor einem Jahr gemeinsam von der Jägerkaserne zur Mausoleumwiese, wo die Gelöbnisformation und das Bürgerbataillon mit zwei Exemplaren der neuen leichten Kampfhubshrauber H145M als Kulisse Aufstellung nahmen. Musikalisch umrahmt wurde die Gelöbnisfeier vom Blasorchester Bückeburger Jäger unter Leitung von Reiner Walter, Kapitänleutnant der Reserve.

Die Abordnung des Bürgerbataillons, dahinter der leichte Kampfhubshrauber H145M. (Foto: Johannes Pietsch)

Es sind politisch und militärisch alles andere als ruhige Zeiten, in denen die 125 Soldatinnen und Soldaten ihre Hand zum Schwur bzw. Gelöbnis erhoben. Nicht nur in der Ukraine tobt seit Februar 2022 der von Russland begonnene völkerrechtswidrige Angriffkrieg. Auch an der NATO-Ostflanke mehren sich in zunehmendem Maße Spannungen und militärische Zwischenfälle. Am 12. August machte die NATO Russland in einer offiziellen Erklärung für mehrere Luftraumverletzungen in Polen und Rumänien verantwortlich. Drei Tage später schoss ein spanischer F18-Kampf-Jet im rumänischen Luftraum eine russische Drohne ab. Als Reaktion beschlossen Deutschland und sieben weitere NATO-Staaten eine gemeinsame Drohnen-Taskforce. Zeitgleich kündigte Schweden die Entsendung von Kampfflugzeugen und eines Kampfschiffs nach Finnland an. Für besondere Schlagzeilen sorgte der Besuch des amerikanischen Geheimdienst-Chefs John Ratcliffe in Moskau, von dem berichtet wurde, der CIA-Chef habe dabei Russlands Präsident Putin vor einem Angriff auf NATO-Verbündete gewarnt.

Bürgermeister Axel Wohlgemuth und Stadtmajor Martin Brandt beglückwünschen die Rekruten mit Handschlag. (Foto: Johannes Pietsch)

Auch Brigadegeneral Dr. Volker Bauersachs, Kommandeur des Kommandos Hubschrauber, General der Heeresfliegertruppe und General des Flugbetriebs Heer, wies in seiner Rede auf die brisanten Veränderungen der geopolitischen Lage hin. Der Konflikt mit Russland spiele sich dabei nicht nur an der fernen Front ab, sondern sei mit Drohnenvorfällen, Sabotage, Cyber-Angriffen und gezielter Desinformation längst Lebensrealität in Deutschland geworden. Für die Heeresfliegertruppe heiße das, Kaltstartfähigkeit und Kriegstüchtigkeit voranzutreiben.

Oberstleutnant Gerald Raeke bei seiner Vereidigungsrede. (Foto: Johannes Pietsch)

Der neue leichte Kampfhubschrauber H145M bilde die innovativen Fähigkeiten der Heeresfliegertruppe ab. Er sei in der Lage, schneller, weiter und präziser zu schießen sowie mit Drohnen und intelligenter Munition umzugehen. Es sei nun an den Rekruten, den aufgenommenen Schwung der Heeresfliegertruppe weiter voranzutreiben. „Von diesem Moment an gehören Sie zu denen, auf die unser Land sich verlassen kann, wenn es darauf ankommt.“

Werbung

„Kaltstartfähigkeit und Kriegstüchtigkeit müssen vorangetrieben werden“

Oberstleutnant Gerald Raeke, Kommandeur der Lehrgruppe B und Kasernenkommandant der Jägerkaserne, knüpfte an die so unsicher gewordene internationale Lage die Frage nach einer Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland. Immer wieder werde er gefragt, ob der notwendige Aufwuchs der Bundeswehr gelinge. „Meine Antwort darauf sind Sie, Rekrutinnen und Rekruten.“ Sie hätten als junge, motivierte Menschen mit einer beeindruckenden Klarheit in ihren Argumenten und Überzeugungen dargelegt, weshalb sie sich bewusst für die Soldatenlaufbahn entschieden hätten. Dafür gebühre Ihnen Respekt, Dank und Anerkennung.

Brigadegeneral Dr. Volker Bauersachs beglückwünscht die Rekruten mit Handschlag. (Foto: Johannes Pietsch)

Bürgermeister Axel Wohlgemuth zeigte sich nach seinem tags zuvor mit sechs der Rekruten geführten Gespräch beeindruckt von der Sicht der jungen Soldaten auf den Begriff Freiheit. Sie sei ein Privileg, inzwischen aber mehr denn je bedroht. „Freiheit verteidigt sich nicht von allein. Sie braucht Menschen, die bereit sind, Verantwortung für sie zu übernehmen. Und genau das tun Sie.“ Bückeburg stehe zur Bundeswehr und zu seinen Soldatinnen und Soldaten, betonte der Bürgermeister.

Mit der Hand an der Truppenfahne schwören oder geloben die jungen Soldaten, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. (Foto: Johannes Pietsch)

Nach dem Ablegen von Eid und Gelöbnis beglückwünschten Vertreter von Bundeswehr und Zivilgesellschaft die Rekrutinnen und Rekruten mit Handschlag. Nachdem die beiden leichten Kampfhubschrauber H145M von der Mausoleumswiese abgehoben und das Gelände mit einem Überflug verlassen hatten, klang der Nachmittag mit einem Empfang für Soldaten, Angehörige und Ehrengäste unter freiem Himmel aus.

Musikalisch begleitete das Blasorchester Bückeburger Jäger unter Leitung von Reiner Walter (rechts) die Gelöbnisfeier auf der Mausoleumswiese. (Foto: Johannes Pietsch)

(Text & Fotos: Johannes Pietsch)

Politische Werbung
Werbung