(Landkreis) Seit mehr als 30 Jahren organisiert die Schaumburger Landschaft den Tag des offenen Denkmals in Schaumburg. In diesem Jahr findet die für Niedersachsen vorbildliche Veranstaltung in Stadthagen, Lindhorst und Umgebung statt. Gleich 33 Denkmale werden am Sonntag, dem 13. September, geöffnet sein. „Das sind so viele wie noch nie, und es ist nur möglich, weil sich die Eigentümer und Ehrenamtlichen mit viel Herzblut engagieren“, betont die Geschäftsführerin der Schaumburger Landschaft, Dr. Lu Seegers, beim Pressegespräch, das im Schloss Stadthagen auf Einladung des Leiters des Finanzamtes, Oliver Knop, stattfand.
Die „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ hat den diesjährigen Tag des offenen Denkmals unter das Motto „NetzWerke: Denkmal und Infrastruktur“ gestellt. Die Stiftung möchte damit zeigen, dass Denkmale wichtige Träger von Netzwerken sind, sei es in Vereinen, in Kirchen, Schlössern, als Arbeitsstätten in Dienstleistung, Verwaltung, Industrie und Landwirtschaft und natürlich im Verkehr. Vor diesem Hintergrund wird am 13. September eine breite Palette an Denkmalen geöffnet sein – vom Schloss Stadthagen bis zum Resthof in Heuerßen.
In Stadthagen ist die Denkmaldichte mit dem Schloss Stadthagen und zahlreichen anderen Gebäuden der Weserrenaissance besonders groß. Interessierte können am Tag des offenen Denkmals neben dem Schloss Stadthagen, den Schlosspark mit Lusthaus, das Alte Rathaus, die St. Martini-Kirche samt Mausoleum, die Alte Lateinschule, den Landsbergschen Hof, die Zehntscheune, das Museum Amtspforte, das Kulturzentrum Alte Polizei, den Bruchhof, die St. Joseph-Kirche und die Ev.-ref. Klosterkirche besuchen und Neues über die Denkmale erfahren.
Besonders interessant dürften die Gebäude des Oheimb’schen Freihofs sowie der Klosterstraße 3-5 und die Alte Schmiede in der Krummen Straße 35 sein, die vor kurzem ebenso aufwendig wie behutsam restauriert worden sind. Ebenfalls neu im Programm ist das Bahnbetriebswerk der Dampfeisenbahn Weserbergland, bei dem man die Restaurierung alter Fahrzeuge und Führerstandsmitfahrten live erleben kann.
Auch in Lindhorst werden zahlreiche Gebäude geöffnet sein, darunter das beliebte Mehrzweck-Backhaus auf den Eichhöfen, der Hof Gümmer mit dem Bergbau- und Ziegeleimuseum, die St. Dionysius-Kirche, der Hof Laeseke und erstmals auch die Jugendstilvilla an der Schöttlinger Straße, die lange Zeit als Wohngebäude für Bahnbeamte fungierte.
Auch das Umland von Stadthagen und Lindhorst hat „denkmalmäßig“ viel zu bieten. Die Kirche Probsthagen und die Johanniskapelle in Stadthagen sind geöffnet ebenso wie die Godehardi-Kirche in Beckedorf, die Kirche St. Jürgen in Heuerßen und der Resthof Hofstelle Nr. 2 in Heuerßen. Dankenswerterweise beteiligt sich auch das Rittergut Remeringhausen wieder am Tag des offenen Denkmals – obgleich eins der Zwillingsgebäude – eine große Fachwerkscheune bei einem Brand im April zerstört worden ist.
Der Schaumburger Landschaft ist es wichtig, dass die Denkmale am Tag des offenen Denkmals nicht nur besichtigt, sondern auch vielfältig erlebt werden können. Ehrenamtliche und Eigentümer haben dazu ein attraktives und vielseitiges Begleitprogramm zu den jeweiligen Denkmalen zusammengestellt.
An fast allen Denkmalen stehen die Eigentümer und ehrenamtlich Aktive für Informationen und Führungen bereit. Gästeführer bieten zudem Führungen durch das Weserrenaissance-Ensemble und ins Innere von Schloss Stadthagen an. Zudem werden verschiedene Ausstellungen entweder zu den Denkmalen selbst oder zu passenden künstlerischen Themen angeboten: In der Zehntscheune kann eine Ausstellung zu künstlerischen Arbeiten von Schülern besucht werden, im Museum Amtspforte präsentiert die AG Spurensuche der Schaumburger Landschaft eine Posterausstellung zu bekannten und weniger bekannten Objekten der Schaumburger Kulturlandschaft. Der Schaumburg-Lippische Heimatverein wiederum präsentiert unveröffentlichte Ansichten der Obernstraße.
Im Schaugarten an der Habichhorster Straße können historische Gartengeräte in Augenschein genommen werden. Die Alte Polizei zeigt eine Ausstellung zur Geschichte ihres Hauses, im ersten Obergeschoss präsentiert die Kommunalarchäologie der Schaumburger Landschaft interessante Funde aus dem Stadthäger und Lindhorster Raum. In der ehem. Synagoge kann die Sonderausstellung „entrechtet – vertrieben – ermordet: Verfolgte im Nationalsozialismus“ und die Wanderausstellung „Täter und Profiteure: NS-Akteure in Schaumburg“ besichtigt werden.
Die Dampfeisenbahn Weserbergland führt Eisenbahnfahrzeuge in unterschiedlichen Restaurierungsstadien vor. In der Johanneskapelle Lüdersfeld wird eine Ausstellung zu den Abendmahlstrachten der Österten Tracht gezeigt.
Es gibt aber natürlich auch praktische Informationen zur fachgerechten Restaurierung bzw. Sanierung von Baudenkmalen.
In der Alten Schmiede in der Krummen Straße in Stadthagen werden Bilder aus der Zeit des Umbaus gezeigt. Im Resthof Hofstelle 2 in Heuerßen zeigt eine Bilddokumentation die Entwicklung der Sanierung. Hier ist die IG Bauernhaus zudem mit hilfreichen Tipps und Informationen zur fachgerechten Sanierung von Fachwerkhäusern und Baudenkmalen vor Ort.
Außerdem wird es hier einen Informationsstand des NABU geben. Im Hof Laeseke stellt die IG Bauernhaus gemeinsam mit dem Baukulturdienst Weser-Leine-Harz ihre Arbeit vor.

Auch für Kinder wird viel geboten: Im Museum Amtspforte können Kinder, aber auch Erwachsene, Stempeldrucke und Buttons mit diversen Motiven herstellen. Im Kulturzentrum Alte Polizei können Kinder mit Upcycling-Materialien experimentieren. In der St. Dionysos-Kirche in Lindhorst wird es eine Kinderrallye geben. In der St. Jürgen-Kirche in Heuerßen steht der Abenteuerspielplatz bereit. In der Jugendstilvilla in Lindhorst, dem ehem. Bahnerwohngebäude, wird es ebenfalls ein Kinderprogramm geben. Für Alt und Jung gleichermaßen interessant dürften die Führerstandsmitfahrten auf einer Diesellokomotive und Fahrten mit einer Handhebeldraisine der Dampfeisenbahn Weserbergland sein.
I-Tüpfelchen des Tages sind die künstlerischen Veranstaltungen rund um die Denkmale. In der St. Joseph-Kirche in Stadthagen gibt das „Chörchen“ unter der Leitung von Ina Seidl ein Konzert. In der St. Martini-Kirche gibt ein Konzert für Tasteninstrumente unter dem Titel „Viva Espana mit den Pianisten Erik Salvesen und Anna Zwadi Zeller.
In der Kirche Probsthagen findet zum Auftakt des Tages des offenen Denkmals ein Gottesdienst mit dem Chor „Kreuz und Quer“ statt. Und in der Godehardi-Kirche in Beckedorf führt das „Duo Simili“ mit zwei Trompeten auf die musikalische Entdeckungsreise „Fanfares & Atmospheres“, die den Kirchenraum ebenso schwebend wie strahlend erklingen lässt. Die Trachtengruppe Lindhorst wird „die Achttourigen Tänze“ am Backhaus auf den Eichhöfen vorführen.
Bei so viel Programm darf das Kulinarische nicht zu kurz kommen. An vielen Denkmalen werden Kaltgetränke, Torten, selbst gebackenen Kuchen und Kaffee angeboten. Die Dampfeisenbahn Weserbergland bietet Bratwurst an, an der St. Jürgen-Kirche in Heuerßen gibt es Leckeres vom Grill, und im Rittergut Remeringhausen ist die Gutsküche geöffnet.
Der ausführliche Prospekt zum Tag des offenen Denkmals samt Begleitprogramm wird Mitte August in Schaumburg und überregional verteilt. Zudem kann er erstmals auch bequem per Smartphone abgerufen werden.
(pr)







