(Bückeburg) Ein sommerlicher Sonntag im beschaulichen Bückeburg, doch etwas war anders: Schon am frühen Morgen füllte sich die Residenzstadt Bückeburg erneut mit dem unverwechselbaren Klang und Charme historischer Motoren, sodass manch ein früher Spaziergänger zunächst die Ohren spitzte, um dann höchstwahrscheinlich große Augen zu machen: Zur 21. Oldtimer-Ausfahrt des Motor-Club Schaumburg e.V. im ADAC rollten mehr als 50 Old- und Youngtimer an die Startlinie auf dem Marktplatz und verwandelten die Stadtmitte in ein lebendiges Freilichtmuseum auf Rädern.
Die Resonanz aus dem Vorjahr war so erfreulich, dass der Club die Zahl der Startplätze nochmals erhöhte. Doch selbst die auf 55 begrenzten Plätze waren bereits zwei Monate vor dem Veranstaltungstermin restlos vergeben – ein eindrucksvoller Beleg für die große Beliebtheit dieser Ausfahrt, freut sich auch der Clubvorstand. Für das kommende Jahr wird bereits darüber nachgedacht, das Kontingent weiter auszubauen, verrät der zweite Vorsitzende Olaf Meyer.

Zugelassen waren auch diesmal Fahrzeuge mit Baujahr 1996 oder jünger, sodass sich ein reizvoller Querschnitt automobiler Geschichte zusammenfand. Besonders ins Auge fiel das älteste gemeldete Fahrzeug: ein VW Käfer 1200 aus dem Jahr 1955, der von einem Teilnehmer aus Luhden nach Bückeburg gebracht wurde. Mit seinem zeitlosen Design und dem typischen Fahrgeräusch verkörperte er jenen Charme, der Oldtimer-Fans seit Jahrzehnten begeistert.
Pünktlich um 9:30 Uhr gab dann der sichtlich begeisterte Bürgermeister Axel Wohlgemuth den historischen Fahrzeugen das Startsignal für die rund 150 Kilometer lange Tour durch das südwestliche Weserbergland. Ein historisches Schätzchen nach dem anderen rollte unter den Augen zahlreicher Zuschauer über den Startpunkt. Die Ausfahrt führte die mehr als 50 Oldtimer über zuvor vom Vorstand gezielt ausgewählte landschaftlich reizvolle Strecken, gesäumt von kleinen Ortschaften, Nebenstraßen und idyllischen Alleen, die den Charakter der Region eindrucksvoll zur Geltung brachten. Schon auf den ersten Kilometern verband sich die Freude am Fahren mit dem besonderen Erlebnis, Technik vergangener Jahrzehnte in Bewegung zu sehen – für alle Teilnehmer eine besondere Erfahrung.

Erstes Ziel der Route war das Hamelner Automuseum am Hefehof. Dort erwartete die Teilnehmer eine interessante Führung durch die Hamelner Automobilgeschichte der Jahre 1907 bis 1929. Neben ausgewählten Exponaten aus jener Epoche bot auch die benachbarte Werkstatt spannende Einblicke: Unter anderem wurde dort ein Fahrzeug aus den 1920er Jahren vorgestellt, das derzeit aufwendig restauriert wird. Die Verbindung aus historischer Ausstellung und praktischer Werkstattarbeit machte den Besuch zu einem besonderen Programmpunkt, resümiert auch der Motorclub-Vorstand.

Nach einer stärkenden Pause am Museum setzte sich die Ausfahrt zur zweiten Etappe fort. Über kurvenreiche Nebenstrecken und durch malerische Alleen ging es weiter zum Rittergut Remeringhausen. Dort angekommen, dürften die Teilnehmer mit den Oldtimern den Innenhof befahren und sich in Stellung bringen. Zusammen präsentierten sich die Klassiker auf dem historischen Gelände in ihrer ganzen Vielfalt und sorgten für ein einzigartiges Bild von automobiler Leidenschaft. Den Abschluss des Tages gab es mit Kaffee und Kuchen in geselliger Runde einen entspannten Ausklang für alle zufriedenen Teilnehmer.
Wer nicht genug bekommen kann von den historischen Schätzchen: Eine umfangreiche Bilderserie zur Veranstaltung ist auf der Internetseite des Motorsport-Clubs Schaumburg zu finden unter www.mc-schaumburg.de/klassik/impressionen/.
(Text: nh; Foto:pr)





