(Achum) Anfang Juli lag über Bückeburg und Achum wieder dieses besondere Rattern der Rotoren, das den Ort seit Jahrzehnten mit der Welt der Drehflügler verbindet.
Beim 34. Internationalen Hubschrauberforum traf sich die Fachwelt im Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum auf dem Heeresflugplatz Bückeburg-Achum – genau dort, wo Hubschraubertradition, Ausbildung und Zukunftsfragen seit jeher eng zusammengehören. Was vor 65 Jahren als kleine Fachveranstaltung begonnen hatte, ist längst zu einer festen Größe der internationalen Hubschrauber- und Vertikalfluggemeinschaft geworden. Zwei Tage lang wurde Bückeburg zum lebendigen Treffpunkt für Menschen, die Hubschrauber nicht nur als Technik, sondern als unverzichtbares Werkzeug in einem anspruchsvollen Umfeld verstehen.

Unter dem Leitgedanken „Together Strong – The Helicopter Community – Unity of Effort“ stand das Forum ganz im Zeichen des Miteinanders. Das Motto passte zu einer Zeit, in der sich die Welt der Hubschrauber spürbar verändert. Neue Bedrohungen, eine angespannte Sicherheitslage, technologische Umbrüche und der schrittweise Wechsel ganzer Flotten forderten klare Antworten. Genau hier setzte die Veranstaltung an: Sie zeigte, wie wichtig gemeinsames Denken, offene Gespräche und das Zusammenspiel von Erfahrung und Innovation geworden sind. Insgesamt 340 Teilnehmer aus dem In- und Ausland hatten sich angemeldet und machten deutlich, welch große Strahlkraft dieses Forum inzwischen besitzt.

Wissenstransfer mit ratternden Rotoren
Den Auftakt setzte Dr. Klaus Przemeck, Präsident des Hubschrauberzentrums, mit einer eindringlichen Keynote. Er erinnerte daran, wie unverzichtbar Hubschrauber in vielen Bereichen sind – bei Rettungseinsätzen, im Katastrophenschutz, bei der Polizei und im militärischen Alltag. Zugleich richtete er den Blick nach vorn: neue Antriebe, digitale Unterstützung im Cockpit, künstliche Intelligenz, Schutz vor Cyberangriffen und der Umgang mit unbemannten Systemen prägen bereits heute die Diskussion. Seine Botschaft war klar: Die Zukunft dieser Luftfahrzeuge lässt sich nur gemeinsam gestalten – im Schulterschluss von Forschung, Industrie, Politik und Anwendern.

Auch Oberst Bodo Schütte, stellvertretender Kommandeur des Kommandos Hubschrauber, setzte ein starkes Zeichen. Er betonte die sicherheitspolitische Bedeutung des Themas und lenkte den Blick auf die Rolle der Heeresflieger. Damit wurde deutlich, dass das Forum weit mehr ist als ein Techniktreffen. Es geht um die Frage, wie Hubschrauber in einem immer komplexeren Umfeld zuverlässig eingesetzt und weiterentwickelt werden können.
Das Fachprogramm bot dafür reichlich Stoff. 25 Vorträge griffen aktuelle Themen aus Flugbetrieb, internationalen Partnerschaften, Unterstützung und Befähigung sowie Forschung und Entwicklung auf. Im Mittelpunkt standen unter anderem der Einsatz der Bundespolizei, der Rettungsdienst, maritime Notfallversorgung, moderne Ausbildung und neue militärische Fähigkeiten. Gerade die Beiträge zu internationalen Partnerschaften machten sichtbar, wie eng die Hubschrauberwelt inzwischen miteinander vernetzt ist.

Einen weiteren Höhepunkt bildete die Ausstellung. Rund 30 Unternehmen und Organisationen aus dem zivilen, militärischen und Dual-Use-Bereich präsentierten ihre Lösungen und Ideen – darunter Namen wie Lufthansa, Airbus, Boeing, Diehl und SAP. So verband das Forum fachlichen Tiefgang mit einem Blick auf die breite Innovationskraft der Branche. In Bückeburg und Achum wurde an diesen zwei Tagen eindrucksvoll spürbar, warum dieses Forum seit Jahrzehnten eine besondere Stellung einnimmt: weil es Menschen, Perspektiven und Zukunftsfragen an einem Ort zusammenführt.
Lesen Sie demnächst ausführlicher über das Forum und die daraus resultierenden Erkenntnisse auf shg-aktuell.de.
(Text & Fotos: nh)






