(Bückeburg) Viele Bürger in Bückeburg warten seit längerer Zeit auf den angekündigten Glasfaserausbau. Dabei stellt sich die Situation im Stadtgebiet und in den Ortsteilen derzeit sehr unterschiedlich dar: Während einige Bereiche bereits vollständig erschlossen wurden, befinden sich andere noch im Ausbau oder wurden bislang nicht berücksichtigt.
Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen informiert die Stadt Bückeburg jetzt in einer Pressemeltung über den derzeitigen Sachstand:
In den vergangenen Monaten stand die Stadtverwaltung regelmäßig im Austausch mit der Deutschen Glasfaser und hat wiederholt Informationen zum weiteren Ausbauverlauf eingefordert. Hintergrund war insbesondere die Insolvenz des bisherigen Baupartners Soli Infratechnik GmbH. Nach Angaben der Deutschen Glasfaser wurde intensiv nach einem Nachfolgeunternehmen gesucht, um die begonnenen Arbeiten fortzuführen und abzuschließen. Trotz mehrfacher Nachfragen lagen der Stadt hierzu jedoch bislang keine verbindlichen Informationen vor.
Rückzug der Deutschen Glasfaser: Diese Gebiete sind betroffen
Nun hat die Deutsche Glasfaser der Stadt ohne Vorankündigung mitgeteilt, dass sie sich aus dem Ausbauprojekt „Bückeburg West“ vollständig zurückzieht. Betroffen sind die Gebiete Evesen Nord, Evesen Süd, Petzen und Röcke. Als Gründe nennt das Unternehmen insbesondere die Insolvenz des bisherigen Baupartners, die bislang fehlende Nachfolge für die Bauausführung sowie deutlich gestiegene Ausbaukosten infolge einer erneuten Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Die Entscheidung sorgt sowohl bei vielen Bürgern als auch bei der Stadt Bückeburg für Enttäuschung und Unverständnis. Zahlreiche Haushalte hatten auf einen zeitnahen Ausbau gehofft, bereits Verträge abgeschlossen oder sich auf die angekündigte Umsetzung verlassen.
Entscheidung sorgt für Enttäuschung und Unverständnis
Die Stadt weist zugleich darauf hin, dass der Glasfaserausbau eigenwirtschaftlich durch private Telekommunikationsunternehmen erfolgt. Die Stadt hatte bereits in 2021 eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Glasfaser abgeschlossen, um der Deutschen Glasfaser den Ausbau des Glasfasernetzes unter vereinfachten Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Auf Basis dieser Kooperationsvereinbarung wird die Stadt von der Deutschen Glasfaser eine genaue Aufklärung und Erläuterung verlangen, warum der Ausbau trotz der von der Glasfaser bereits in erheblichem Umfang erfolgten Investitionen nicht mehr wirtschaftlich erfolgen kann.
Unabhängig davon bleibt der flächendeckende Glasfaserausbau für die Stadt Bückeburg ein wichtiges Zukunftsthema. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist von großer Bedeutung – sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für Unternehmen, Schulen und den gesamten Wirtschaftsstandort. Die Stadt wird deshalb die Gespräche mit der Deutschen Glasfaser weiterhin aktiv fortführen und das Thema gemeinsam mit dem Landkreis Schaumburg mit Nachdruck begleiten. Ziel bleibt es, tragfähige Lösungen und Perspektiven für die betroffenen Gebiete zu entwickeln und den Glasfaserausbau in Bückeburg weiter voranzubringen.
Für den Bereich „Bückeburg Ost“, zu dem unter anderem auch Bergdorf gehört, besteht weiterhin Hoffnung auf eine Fortsetzung des Ausbaus. Nach Angaben der Deutschen Glasfaser werden derzeit konkrete Gespräche mit einem möglichen Nachfolgeunternehmen geführt, das die begonnenen Arbeiten übernehmen und fortsetzen könnte.
Sobald neue Informationen vorliegen, wird die Stadt Bückeburg über die weiteren Entwicklungen informieren.
Update: Das sagt das Unternehmen Deutsche Glasfaser zum Teil-Rückzug
(Nachtrag: Am 19. Mai erreichte uns auf Nachfrage eine Stellungnahme der Deutschen Glasfaser, die wir hiermit nachreichen)
„Deutsche Glasfaser zieht sich aus dem Glasfaserprojekt in Bückeburg West zurück. Dies betrifft die Gebiete Evesen Nord, Evesen Süd, Petzen und Röcke. Die Rahmenbedingungen für einen Ausbau durch Deutsche Glasfaser in Bückeburg West haben sich grundlegend geändert. Es konnte bedauerlicherweise bis dato keine Nachfolge für die insolvente Soli Infratechnik GmbH gewonnen werden, die das Projekt hätte fortführen können.
Vor dem Hintergrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat Deutsche Glasfaser für den Ausbau des Glasfasernetzes im Projekt Bückeburg West zudem eine erneute Wirtschaftlichkeitsprüfung durchgeführt. Die aktuelle Analyse hat ergeben, dass die Kosten für den Netzausbau das ursprünglich berechnete und eingeplante Budget inzwischen deutlich überschreiten.
Der Netzanbieter bedauert den Rückzug von dem avisierten Ausbauvorhaben in Bückeburg West. Interessenten, die einen Auftrag bei Deutsche Glasfaser eingereicht haben, wurden bereits darüber informiert. Den Kunden entstehen keinerlei Verpflichtungen gegenüber Deutsche Glasfaser.
Bezüglich der Fertigstellung des Projektes Bückeburg Ost kann Deutsche Glasfaser mitteilen, dass sie sich in konkreten Gesprächen mit einem möglichen Nachfolgeunternehmen befinden, der das Projekt fortführen soll. Sobald ein Fortschritt verzeichnet wird, werden Kundinnen und Kunden und Kommune darüber informiert.“
(pr)





