Brand zerstört Kinderschutzbund-Gebäude in Rinteln: Feuerwehren im Großeinsatz
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(Rinteln) Ein Brand in der Rintelner Innenstadt sorgte am Samstagabend für einen Großeinsatz von Feuerwehren und Rettungsdiensten. Im Gebäude des Kinderschutzbundes in der Klosterstraße war ein Feuer ausgebrochen.

Zahlreiche Feuerwehreinheiten aus Rinteln eilten zur Einsatzstelle in der Klosterstraße. Dass der Brand frühzeitig bemerkt wurde, ist offenbar einem Zufall zu verdanken: Aufgrund der bevorstehenden Konfirmation fand auf dem Gelände der Jakobikirche eine Grillveranstaltung statt.

Die einzige Möglichkeit, mit dem Drehleiterfahrzeug nah genug an das brennende Gebäude heranzukommen, bestand zwischen dem Museum Eulenburg (links) und der Kita „Wichtelburg“ (rechts im Bild).

Teilnehmer einer Grillveranstaltung bemerkten den Brand zuerst

Die letzten noch verbliebenen Teilnehmer bemerkten die Rauchentwicklung aus dem Dachstuhl und Flammen, wie ersten Informationen vor Ort zu entnehmen war. Der Einsatz startete dramatisch, wie Stadtbrandmeister Tim Schinz berichtete. Bei Eintreffen der Feuerwehr war eine Person am Fenster im oberen Bereich des Gebäudes bemerkt worden.

Bei Eintreffen der Feuerwehr loderten die Flammen bereits lichterloh im Dachgeschoss des Gebäudes.

Ein Mann sprang aus einem Fenster des brennenden Gebäudes

Der Mann sprang aus dem Fenster und ist über ein Sprungkissen gerettet worden. Warum er sich im Gebäude aufhielt, wird Thema der Ermittlungen werden. Veranstaltungen fanden zu dem Zeitpunkt beim Kinderschutzbund nicht statt. Da zunächst unklar war, ob sich noch jemand im Gebäude befindet, begaben sich die Feuerwehrleute auf die Suche, konnten jedoch laut den Informationen vor Ort nicht fündig werden.

Mittels Drehleiterfahrzeug, das durch die enge Zufahrt zwischen dem Museumsgebäude und der Kita „Wichtelburg“ auf der Südseite direkt vor das brennende Gebäude manövriert wurde, wurden die Löscharbeiten gestartet. Dichter Rauch quoll aus dem Dach hervor und zog über die Region. Mit hohem Wasserdruck aus einem Löschrohr sprengten Feuerwehrkräfte die Dachziegel vom Dach um so den Dachstuhl freizulegen und so einen Löschangriff auf die lichterloh brennende Holzkonstruktion zu starten.

Von mehreren Seiten gegen die Flammen / Bevölkerung wird gewarnt

Weitere Kräfte gingen mit schwerer Atemschutzausrüstung ins Innere des Hauses vor. Per „NINA“-App und „BIWAPP“-WarnApp wurde die Bevölkerung (allerdings mit Verspätung) vor der Rauchentwicklung gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Immer wieder züngelten Flammen aus dem hölzernen Dachstuhl – hier auf der schwer zugänglichen Nordseite des denkmalgeschützten Gebäudes.

Auf dem Schulhof der ehemaligen IGS am Kollegienplatz wurde ein Logistikstützpunkt der Feuerwehr aufgebaut mit Stationen zur Dekontamination und Verpflegungseinheit.

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Auf dem Schulhof der ehemaligen IGS wurde ein Logistikzentrum eingerichtet.

Drehleiter defekt: Ersatz kommt aus Bösingfeld

In der Zwischenzeit wurden weitere Feuerwehren aus den Ortsteilen und benachbarten Städten nachalarmiert. Ein Großteil der Rintelner Brandbekämpfer befand sich an diesem Abend im Einsatz. Einen Rückschlag gab es aufgrund eines technischen Defekts: Das neue Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Rinteln konnte nicht mehr weiter eingesetzt werden. Ersatz wurde bei der benachbarten Feuerwehr Extertal angefordert.

Aufgrund eines technischen Defekts konnte die Drehleiter der Feuerwehr Rinteln nicht über die gesamte Einsatzdauer genutzt werden. Ersatz kam durch ein Drehleiterfahrzeug aus dem Extertal.

Währenddessen fand ein weiterer Löschangriff auf der Nordseite statt. Hier war die Zugänglichkeit durch vorgelagerte Gebäude ebenfalls erschwert. Durch ein Löschfahrzeug und einen Schlauch wurde Wasser auf die Turmseite des Dachs gespritzt um so immer wieder auflodernde und züngelnde Flammen zu bekämpfen.

Glühendes Holz und aufflackernde Flammen erweisen sich als hartnäckig

Nachdem das Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Extertal in Position gebracht war, gingen die Löscharbeiten von der Südseite des Gebäudes weiter. Von Hand und mit Einreißhaken wurden Dachziegel entfernt die teilweise noch glühende Holzkonstruktion freilegen und mit Wasser löschen zu können.

Diese Luftaufnahme von Jörg Brandt zeigt das Ausmaß der Flammen. (Foto: Jörg Brandt)

Warum das Feuer ausgebrochen war und wie hoch der Schaden ist, steht momentan noch nicht fest. Ebenso wenig kann derzeit abgeschätzt werden, ob für das Gebäude, das durch den Brand und das Löschwasser massiv geschädigt worden sein dürfte, noch Aussicht auf Erhalt besteht – oder ob es möglicherweise abgerissen werden muss.

Gebäude mit Geschichte – unwiederbringlich verloren?

Das Foto stammt aus dem Archiv und zeigt die „Direktorenvilla“, wie sie vor einigen Jahren ausgesehen hat. (Foto: Archiv Rinteln-Aktuell.de)

Das betroffene Gebäude ist im Denkmalatlas als „Direktorenvilla“ verzeichnet. Es wurde 1907 als Wohnhaus für den Direktor des Gymnasiums erbaut. Seit 2002 nutzt der Kinderschutzbund Rinteln das Haus. Laut Denkmalverzeichnis ist es aufgrund von „bau- und kunstgeschichtlichen Zeugniswerten sowie aufgrund der städtebaulich relevanten Position“ als Denkmal begründet.

Nun ist es möglicherweise für immer verloren.

(vu)

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