Bundespräsident empfängt ehrenamtliche Bürgermeister in Berlin
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(Berlin/Stadthagen) Die Körber-Stiftung und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten rund 200 ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus ganz Deutschland zu einer zweitägigen Veranstaltung nach Berlin eingeladen.

Auch die Wendthägerin Ulrike Koller, die seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist, davon jeweils 20 Jahre bis 2021 als Ortsbürgermeisterin in Wendthagen-Ehlen und seit 2006 bis heute stellvertretende Bürgermeisterin von Stadthagen ist, nahm an diesem Erfahrungsaustausch teil.

Die Teilnehmer im Foyer des Schlosses Bellevue.

Als besondere Würdigung fürs stete Wirken für das demokratische Wertesystem gehörte sie zu den nur rund 100 ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, die zu einem dreistündigen Empfang des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in seinen Amtssitz, dem Schloss Bellevue, in Berlin eingeladen wurden.

Für Koller ein unvergessliches Erlebnis, diente es doch im würdigen Rahmen zum Austausch über den demokratischen Befund über die immer geringer werdenden Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunalpolitik, sei es durch fehlende Mittel, sei es durch den stetig wachsenden Wust an Bürokratie, sei es durch die stetige Übertragung von zusätzlichen Aufgaben durch den Bund und die Länder.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seiner Eröffnungsrede.

Dabei werde laut Koller von den oberen Ebenen der Politik oft verkannt, „wie wichtig das demokratisch legitimierte Wirken der rund 6.500 ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vor Ort unser demokratisches Staatswesen direkt und erlebbar für die Bürgerinnen und Bürger stärkt“. Koller schon vor Beginn ihrer Teilnahme an der hochkarätig besetzten Fachkonferenz „Forum Demokratie Kommunalpolitik“, ausgerichtet durch die Körberstiftung: „Die kommunale Demokratie ist das Fundament unseres gesellschaftlichen Miteinanders – und sie lebt vom offenen Dialog.“

In der Fachkonferenz konnten sich die zu dem Zeitpunkt 200 Teilnehmer in sechs unterschiedlichen Foren mit besonderen Belangen in der Kommunalpolitik auseinander setzen. Jeder musste sich der Arbeit in zwei dieser Foren stellen. Bei Ulrike Koller waren es die beiden Themenbereiche „Kompromiss oder Chaos? Herausforderungen fragmentierter Kommunalpolitik“ und „Robuste Kommunen – Praxisorientierte Wege, extremistische Mandanten wirksam begegnen“.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der stellvertretenden Bürgermeisterin von Stadthagen, Ulrike Koller.

Auch beim Bundespräsidenten blieb es nicht nur bei seiner Rede zu den Anwesenden. Es wurden die kommunalen Probleme durch viele Beiträge auf den Punkt gebracht und diskutiert, so unterschiedlich sie in den einzelnen Bundesländern auch sind.

Bundespräsident Steinmeier dankte in seiner Rede den Anwesenden im Schloss Bellevue: „Sie haben den notwendigen Mut zur Veränderung, setzen Innovationen um, verbreiten Zuversicht. Sie sind es, die Zukunft möglich machen, gerade in zurzeit schwierigen Zeiten. Es ist großartig, was Sie leisten. Es ist Ihre Haltung der zupackenden Zuversicht, die wir jetzt stärken und verbreiten müssen.“

Er betonte, dass man gleichzeitig ehrenamtliche Kommunalpolitiker weiter stärken müsse. Diskutiert werden müssten beispielsweise Aufwandsentschädigungen oder andere Vorteile. Dabei gehe es nicht nur darum, das Ehrenamt des Bürgermeisters attraktiver zu machen: „Es geht um die Zukunft unserer Demokratie!“ so Steinmeier eindringlich.

Der Bundespräsident beantwortet Fragen.

Nach dem Empfang blieb für die Anwesenden ausreichend Zeit, sich untereinander auszutauschen und sich mit dem Bundespräsidenten direkt und ausführlich zu unterhalten. Dies nutze auch die stellvertretende Stadthäger Bürgermeisterin. Bei allen wichtigen Dingen blieb auch die gute Laune nicht auf der Strecke.

Koller: „Für mich, auch wenn ich in der kommenden Wahlperiode kein kommunalpolitisches Amt mehr anstrebe und aus der Kommunalpolitik Ende 2026 nach 25 Jahren ausscheiden werde, war dieser Empfang beim Bundespräsidenten ein Stück weit Anerkennung und Bestätigung zugleich. Für mich ist gelebte und praktizierte Demokratie vor Ort die Grundfeste unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dafür lohnt es sich allemal sich einzusetzen und auch viel Zeit zu opfern!“

(pr/Fotos: pr)

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