(Bückeburg) Der Neujahrsempfang der Volksbank in Schaumburg und Nienburg, der Kreishandwerkerschaft Schaumburg und des Steuerberaterverbandes Ortsgruppe Schaumburg glänzt jedes Jahr mit einem ansprechenden Referenten, der zu aktuellen – sozialen, politischen oder gesellschaftlichen – Themen referiert. Dieses Jahr ist die Generationenforscherin Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt der Einladung gefolgt und übte sich an einer Vermittlung zwischen den Generationen: Der Boomer und der Gen Z.
Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, renommierte Generationsforscherin und Professorin an der Private University of Applied Sciences in Göttingen, stellte in ihrem Vortrag eindrucksvoll dar, wie wichtig das Verständnis zwischen den Generationen ist – doch hier gibt es durchaus Vermittlungsbedarf. Besonders im Fokus stand die Generation Z, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurde. Mörstedt, selbst Mitglied der Boomer-Generation und Mutter von drei Kindern der Gen Z, hat täglich die Herausforderungen erlebt, die das Zusammenleben und die Zusammenarbeit zwischen den Boomern und den „Zetties“ mit sich bringen.
Die Lebenswelt der Generation Z heute weicht stark von der der vorherigen Generationen ab – die Pandemie, große Krisen und Kriege haben diese jungen Menschen geprägt und ein Gefühl der Unsicherheit hinterlassen. Das Aufwachsen mit den sozialen Medien hat das Kommunikationsverhalten komplett verändert. „Anstatt Kneipe gibt es heute Instagram“, so Mörstedt. Die Unterschiede resultieren weiter aus variierenden Erziehungsstilen, dem rasanten digitalen Fortschritt sowie globalen Entwicklungen und Krisen, die das Umfeld, in dem diese Generation aufwuchs, prägen. Ein entscheidender Punkt ist, dass viele junge Menschen nicht wie ihre Eltern leben möchten, da sie die Schwierigkeiten und Belastungen der Boomer hautnah miterlebt haben. „Sie haben gesehen, dass die Arbeit für die Eltern immer wichtig war, aber sie auch kaputt gemacht hat – und sagen daher heute deutlich, dass sie das so nicht möchten. Das wird ihnen jedoch oft als „Verweichlichung“ ausgelegt“, versucht sich Mörstedt an einer Vermittlung.

Prof. Dr. Mörstedt gab den Arbeitgebern klare Empfehlungen, um mit den neuen, jungen Talenten umzugehen, die bald den Arbeitsmarkt betreten werden. „Die Generation Z möchte nicht nach den alten Mustern ihrer Eltern arbeiten“, betonte sie. Achtsamkeit und Selbstfürsorge sind für diese Generation von großer Bedeutung. Arbeitgeber sind gefordert, sich anzupassen und eine Unternehmenskultur zu schaffen, die den Bedürfnissen der jungen Mitarbeiter gerecht wird.
Wichtige Aspekte sind hierbei das Arbeiten auf Augenhöhe, ein starkes soziales Miteinander, offene Kommunikationswege sowie eine aktive Feedback- und Fehlerkultur. Sicherheit und klare Strukturen sind ebenfalls von Bedeutung. Im Mittelpunkt steht zudem die Digitalisierung und das heutige Kommunikationsverhalten, die durch Smartphones und ständige Erreichbarkeit geprägt ist, sowie die sich schnell verändernde Informationszugänglichkeit. „Sie möchten angeleitet werden, aber auf Augenhöhe. Ja, das bedeutet, dass Ausbilden anstrengender wird. Arbeitgeber müssen altersspezifischer führen und auf die Bedürfnisse aller Generationen eingestellt sein“, so Mörstedts abschließendes Fazit.
(Text & Foto: nh)




