(Bückeburg) Die SPD Bückeburg hat eine Stellungnahme zu den jüngst bekannt gewordenen Bahn-Plänen abgegeben.
Wie berichtet, werden von den einst im Raum stehenden 12 Trassenvarianten für eine ICE-Neubaustrecke Hannover-Bielefeld zwei Streckenführungen (Variante 3 und 4) weiter verfolgt. Beide führen durch den Norden Bückeburgs und haben nach Bekanntwerden zahlreiche Schock-Reaktionen in der Region ausgelöst. Dies schreibt die SPD zu dem Thema:
„Mit der Festlegung auf die ICE Trassenvariante 3 oder 4 hat die Deutsche Bahn entschieden, den nördlichen Bereich Bückeburgs zu zerschneiden. Von Echtorf kommend über Achum, zwischen Scheie und Meinsen/Warber, über die Niederung, Petzen, Röcke und weiter durch Porta Westfalica (Nammen, Lohfeld).
Für uns, als Bürgerinnen und Bürger, bedeutet die Zerstörung wertvoller Biotope und Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Wir sehen die gravierenden negativen Auswirkungen durch die Grundwasserabsenkung und die Gefahr von Hochwasser in den Dörfern, da die Niederung praktisch wie ein großes Regenrückhaltebecken funktioniert.
Knapper kostbarer genutzter Ackerboden wird für immer zerstört und damit die Grundlage für regionale, landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Wir sind fassungslos und wütend, denn wir alle stehen vor dem Ende einer einzigartigen Kulturlandschaft, die über Jahrzehnte gemeinsam mit Naturschutz, Landwirtschaft und Politik aufgebaut wurde und dem Verlust von Natur, Erholung & Heimat.
Jetzt spielt Parteizugehörigkeit keine Rolle! Das ist jetzt keine One-Man-Show! Nur gemeinsam können wir etwas erreichen und die heimische Politik muss, gemeinsam mit den Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen und den heimischen Politikern im Bundestag und Landtag und über die Landesgrenzen hinweg, stark, laut und unbequem bleiben.“
„Ein herber Schlag für die Region:“ Kritik an den Bahn-Plänen auch von Marja-Liisa Völlers und Jan-Philipp Beck
Die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers und der Schaumburger SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck nahmen am Freitag kritisch Stellung zur Vorstellung der Vorzugsvarianten 3 und 4 für die NBS/ABS Hannover-Bielefeld durch die Deutschen Bahn:
„Die heute von der Deutschen Bahn vorgestellte Entscheidung, die Varianten 3 und 4 als Vorzugstrassen für die Bahnstrecke Hannover-Bielefeld auszuwählen, ist ein schwerer Schlag für unsere Region. Besonders der Landkreis Schaumburg und hier allen voran die Stadt Bückeburg sowie die Gemeinde Suthfeld und deren Umgebungen wären von diesen Planungen massiv betroffen. Diese geplanten Vorzugstrassen würden durch den Bau einer Neubautrasse eine erhebliche Zerschneidung der Landschaft und Eingriff in die bestehende Natur und Umwelt, wie beispielsweise die Bückeburger Niederung, bedeuten.
Für viele Menschen vor Ort bedeutet diese Entscheidung nach Jahren des Engagements im Beteiligungsprozess eine erneute Unsicherheit. Anstatt echter Mitgestaltung erleben wir ein Verfahren, das sich zunehmend als politische Nebelkerze entpuppt: Viele Hinweise aus der Region, darunter fundierte Vorschläge zu Alternativrouten, scheinen unter dem Deckmantel des 31-Minuten-Fahrziels schlicht ignoriert worden zu sein. Das Vertrauen in einen transparenten Beteiligungsprozess wird so zerstört. Die Frustration wäre am Ende geringer gewesen, wenn der Schein der Beteiligung gar nicht erst in Angriff genommen worden wäre.
Ferner ist dadurch zu befürchten, dass auch die Anliegerinnen und Anlieger an der Bestandsstrecke nicht mehr von Verbesserungen, wie zum Beispiel einem optimierten Lärmschutz, profitieren werden.
Hinzu kommt, dass die Finanzierung des Projekts nach wie vor völlig offen ist. Niemand kann derzeit erklären, wann, wie oder in welchem Umfang diese Trasse mit einem voraussichtlichen Finanzvolumen im zweistelligen Milliardenbereich überhaupt realisiert werden soll. Trotzdem wird die Bevölkerung schon jetzt mit unklaren Planungen konfrontiert, was verständlicherweise für große Verunsicherung und Unmut sorgt.
Unsere Position und die der heimischen SPD bleibt deshalb klar: Der sogenannte Deutschlandtakt muss neu berechnet werden. Durch eine Drehung des Knotenpunkts im Bahnhof Hannover lassen sich beispielsweise andere Fahrzeiten ohne Neubautrassen quer durch unsere Region erreichen, die darüber hinaus realistisch finanzierbar sind. Eine intelligente Lösung muss die Interessen von regionalen Fahrgästen, der Umwelt, Wirtschaft und Anwohnerinnen und Anwohnern gleichermaßen berücksichtigen. Dafür setzen wir uns weiterhin entschieden ein. Nun gilt es, sich die heute veröffentlichen Unterlagen in Abstimmung mit allen beteiligten Akteuren noch einmal genau anzuschauen und das weitere Vorgehen der Region gemeinschaftlich abzustimmen.“
(pr)





