(Bückeburg/Meinsen-Warber) Der Widerstand gegen die geplante Bahn-Neubaustrecke zwischen Bielefeld und Hannover nimmt im Schaumburger Land weiter Fahrt auf.
In einem eindringlichen Schreiben ruft der Ortsbürgermeister von Meinsen-Warber, Andreas Paul Schöniger, Politik, Verwaltungen, Organisationen und Bürgerinnen und Bürger zu einem geschlossenen und entschlossenen Handeln auf. Hintergrund ist die von der Deutschen Bahn vorgestellte Vorzugsvariante, die tief in das Landschafts- und Siedlungsgefüge der Region eingreifen würde.
Nach Darstellung Schönigers würde die geplante Trasse die Bückeburger Niederung „brutal zerschneiden“, Ortschaften gefährlich nahe an den Bahnverkehr heranführen und sogar die Verdrängung von Wohnhäusern notwendig machen. Während die verkehrliche Sinnhaftigkeit des Projekts fraglich sei, wären die ökologischen, sozialen und städtebaulichen Folgen unumkehrbar, so die Kritik des Ortsbürgermeisters.
Bereits seit Jahren begleiten Bürgerinitiativen, Vereine und weitere regionale Akteure die Planungen mit Skepsis. Auch Abgeordnete in Bund und Land verfolgten die Entwicklungen mit wachsender Sorge. Zusätzliche Brisanz erhält das Thema durch die jüngste Beratung in der AG Steuerungsgruppe Staatsmodernisierung. Diese könnten der Deutschen Bahn zusätzlichen Rückenwind verschaffen und den zeitlichen Druck auf die betroffene Region erhöhen.

Vor diesem Hintergrund fordert Schöniger die Bildung einer starken, geschlossenen Allianz aus Landkreis, Kommunen, Parteien, Bürgerinitiativen und Verbänden. Ziel sei es, gegenüber der Bundesregierung und der Deutschen Bahn ein klares Signal zu senden: „Diese Region lässt sich nicht überfahren. Diese Trasse wird nicht akzeptiert.“ Neben politischen Resolutionen brauche es dafür auch öffentlich sichtbare und koordinierte Protestaktionen.
Als konkretes Zeichen schlägt der Ortsbürgermeister und langjähriges BIGTAB-Mitglied – gemeinsam mit dem Vorstand der Bürgerinitiative BIGTAB – die Organisation einer Menschenkette durch die Bückeburger Niederung vor. Die Aktion soll symbolisch, aber zugleich kraftvoll verdeutlichen: „Die Bahn kommt hier nicht durch.“ Besonders wichtig sei dabei die Einbindung der jungen Generation, da es um ihre Zukunft, ihre Heimat und ihren Lebensraum gehe.

Abschließend appelliert Schöniger an alle politischen Entscheidungsträger und gesellschaftlichen Gruppen im Schaumburger Land, unter Führung des Landkreises gemeinsam zu handeln, eine „wehrhafte Allianz“ zu bilden und die Vertreter der Region in Hannover und Berlin zu stärken. Nur mit breiter Beteiligung und geschlossenem Auftreten könne es gelingen, das aus seiner Sicht unnötige und zerstörerische Großprojekt zu verhindern. Sein Leitsatz für den weiteren Protest: „Mit Masse gegen die Trasse.“
(pr)




