(Landkreis/Nienburg) Zum 15. Volksbank AgrarForum hatten die Volksbank in Schaumburg und Nienburg, die Volksbank Niedersachsen-Mitte und die Volksbank Vechta in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg, eingeladen.
Über 200 Landwirte aus den Landkreisen Diepholz, Nienburg, Vechta und Verden folgten der Einladung, um sich zum Thema „Zukunftsfähige Unternehmensführung in turbulenten Zeiten“ auszutauschen. Auch zahlreiche Schüler der Fachschule Agrarwirtschaft in Sulingen sowie des Meisterkurses der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg, nahmen an der Veranstaltung teil – ein deutliches Zeichen dafür, dass Landwirtschaft auch in der nächsten Generation für die Region von zentraler Bedeutung ist.
Turbulente Zeiten als Chance für Wachstum
Markus Strahler, Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Nienburg, begrüßte stellvertretend für die drei beteiligten Genossenschaftsbanken die Gäste. Er betonte, die Banken seien sich sehr bewusst über die schwierige Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe und über die zahlreichen Herausforderungen, die sich unter anderem durch Markteinflüsse, unterschiedliche Standorte und politische Rahmenbedingungen stellen. „Unser Ziel ist es, Hilfestellung zu leisten, damit Sie Ihre Betriebe sicher für die Zukunft aufstellen können; ggf. auch für die Übergabe an die nächste Generation“, so Strahler. Denn turbulente Zeiten ergäben auch immer die Chance für Wachstum.
Kapitalbedarf als Herausforderung für Betriebe
Auch Wilken Hartje, Kreislandwirt aus dem Landkreis Diepholz, fasste die Herausforderung landwirtschaftlicher Betriebe in seinen einleitenden Worten ähnlich zusammen. Er nannte neben Preisschwankungen mit einer Tendenz nach unten, der präsenten Gefahr durch Seuchen auch unkalkulierbare politische Entscheidungen. „Die Bauern sind oft kreativ und flexibel. Sie suchen nach Chancen, die Betriebe zu stabilisieren oder neu aufzustellen“, berichtete Hartje. Hierbei sei vor allem der ständige Kapitalbedarf eine Herausforderung, da ständige Umstrukturierungen und Neuausrichtungen kaum noch zu bezahlen seien.
Durch die Veranstaltung führte Nils-Joachim Meinheit von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In vier Fachvorträgen ging es um Themen und Impulse rund um Unternehmensführung, Mitarbeitergewinnung und -bindung sowie Steueroptimierung von landwirtschaftlichen Betrieben. Man wollte Mehrwerte durch Denkanstöße und das Teilen von Erfahrungen schaffen – immer mit dem Fokus darauf, den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft konstruktiv zu begegnen.

Resilienz als Schlüssel für zukunftsfähige Betriebe
Arne Bär, Unternehmenslotse im Handwerk aus Bruchhausen-Vilsen, sprach zum Thema „Standhaft und beweglich – wie Resilienz Betriebe zukunftsfähig macht“. Er bezog das Publikum aktiv mit ein und animierte zu Gesprächen untereinander. Was ist Resilienz? Wie kann man diese Eigenschaft kultivieren und nutzen? „Resilienz, das bedeutet zurückzuspringen, sich wieder aufzurichten. Sich von einem Rückschlag zu erholen, dabei seine ursprüngliche Form zu behalten oder sich dadurch sogar zu stärken“, erläuterte Bär.
Er zeigte verschiedene Wege auf, wie man schnelllebigen Veränderungen und Umwelteinflüssen resilient gegenüberstehen kann. Wichtig sei hier vor allem das Schaffen funktionierender, vertrauensvoller Netzwerke, die Verbindung von Tradition/Erfahrung und der Offenheit für Neues sowie eine systematische und konstruktive Fehlerkultur.
Daniel Blömer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, informierte zum Thema „Innovative Unternehmenskonzepte – steuerliche und rechtliche Möglichkeiten“. Er erklärte anhand konkreter Beispiele, wie man durch die Umstrukturierung des Unternehmens positive Effekte auf Steuerhöhe, Gewinn und Haftung erzielen kann. Dies stieß bei vielen der anwesenden Landwirte auf großes Interesse.
Mitarbeiter als Schlüssel zum Unternehmenserfolg
Christian Appels von der R+V Versicherung führte in das letzte große Thema der Veranstaltung ein – der Attraktivität eines Betriebs für Mitarbeiter. In Zeiten von Fachkräftemangel brauche es umso stärker mehr als einen interessanten Arbeitsplatz, um Mitarbeiter für sich zu gewinnen und zu halten. Man benötigt eine gute Personalstrategie, um mithalten zu können. Hierzu gehören auch diverse „Benefits“, wie unter anderem Versicherungsleistungen und Möglichkeiten zur betrieblichen Rentenvorsorge.
Ralf Schlesselmann (Schlesselmann GmbH Asendorf) vertiefte dies in seinem Vortrag „Mitarbeitende – ein Schlüssel zum Unternehmenserfolg“. Als Geschäftsführer eines in vierter Generation geführten Familienunternehmens mit 70 Mitarbeitern teilte er seine Erfahrungen im Bereich Mitarbeitergewinnung und -bindung. Dabei betonte er: „Es gibt keine pauschalen Lösungen, die für alle Unternehmen funktionieren.“ Alles sei individuell und habe mit der Branche, dem Ort, der Führungskultur und den Wünschen und Ansprüchen aller Beteiligten zu tun. Letztendlich sei eine Investition in Mitarbeiter auch immer eine Investition ins eigene Unternehmen.
Zu allen Fachvorträgen wurde rege im Plenum diskutiert. Zum Abschluss hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, bei einem gemeinsamen Mittagessen erneut miteinander ins Gespräch zu kommen.
(pr/Foto: Volksbank)




