(Obernkirchen) Zum Auftakt ihrer diesjährigen Sommerreise hat die SPD/FDP-Gruppe im Kreistag mit den Fraktionsvorsitzenden Eckhard Ilsemann (SPD) und Dr. Lothar Biege (FDP) sowie der Geschäftsführerin Kirsten Battaglia (SPD) an der Spitze das Agaplesion Ev. Klinikum Schaumburg eGmbH in Vehlen besucht.
Geschäftsführerin Diana Fortmann und Dirk Hahne, Technischer Direktor und Verwaltungsdirektor, haben die Besucher über das Thema „Gesundheit und medizinische Versorgung in Schaumburg“ sowie die Auswirkungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) informiert.
„Wir haben das Wirtschaftsjahr 2024 mit einem positiven Jahresergebnis von gut 728.000 Euro abgeschlossen“, berichtete Fortmann einleitend. Das hätten nur wenige Krankenhäuser in Deutschland geschafft. Bei den Jahresabschlüssen 2023 und 2024 sei der Zuschuss des Landkreises in Höhe von jeweils 2,7 Millionen Euro hilfreich gewesen. Die hohe Zufriedenheit bei den Mitarbeitern („tolles Engagement“) und zufriedene Patienten – im Jahr 2024 wollten 96 Prozent von ihnen das Klinikum Schaumburg weiterempfehlen – führten auch zum wirtschaftlichen Erfolg.
Hohe Zufriedenheit bei Mitarbeitern und Patienten
Im vergangenen Jahr sind etwa 20.500 Patienten stationär und rund 36.000 ambulant versorgt worden. 8.300 stationäre Operationen und 3.300 ambulante Operationen wurden durchgeführt. 35.700 Kontakte hat es in der Zentralen Notaufnahme gegeben. In dem hochmodernen Klinikum der Schwerpunktversorgung gibt es ein breit gefächertes Leistungsangebot: stationäre Versorgung, ein ambulantes Zentrum, ein medizinisches Versorgungszentrum, zertifizierte Kompetenzzentren, die Berufsfachschule Pflege mit 75 Ausbildungsplätzen und die Elternschule – alles vereint am Standort Obernkirchen. In 15 Fachabteilungen wirken rund 1.100 Mitarbeiter.
Seit der Inbetriebnahme des Krankenhauses im Jahr 2018 sind laut Diana Fortmann 29 neue ärztliche Vollzeitstellen und im Bereich der Pflege 139 Stellen hinzugekommen. Dirk Hahne räumte mit dem Vorurteil auf, in der Pflege würde schlecht bezahlt. Bereits im ersten Ausbildungsjahr würde „gutes Geld“ verdient.

In Niedersachsen sind acht Versorgungsregionen gebildet worden, der Landkreis Schaumburg gehört mit Celle, der Region Hannover und Nienburg zu „Hannover“. Es sind 65 Leistungsgruppen gebildet worden. „Wir haben für uns 33 Leistungsgruppen beantragt“, erläuterten Diana Fortmann und Dirk Hahne. Der Medizinische Dienst prüft, ob im Haus die Voraussetzungen vorliegen. Bis zum 31. Oktober 2026 erfolgt die Zuweisung; ab 1. Januar 2027 besteht ein Abrechnungsverbot für „nicht“ zugewiesene Leistungsgruppen.
„Hier ist mit dem Krankenhausneubau zukunftsorientiert gehandelt worden“, so Fortmann und Hahne übereinstimmend. Woanders sei, so Hahne, versäumt worden, aus drei Häusern eins zu machen. Keines der alten drei Krankenhäuser im Landkreis, so Hahne, sei überlebensfähig gewesen, alle wären mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) Verlierer gewesen. Eine Reform sei zwar nötig, die aktuellen Vorgaben aber oft nicht praxistauglich. „Wir werden in vielen Fachbereichen zu den Gewinnern der Krankenhausreform gehören“, ist man überzeugt. „Wir brauchen aber mehr Planungssicherheit und Gestaltungsmöglichkeiten“, wünscht sich die Geschäftsführerin.
„Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2018 hat das Klinikum im Wesentlichen unter der Verantwortung von Frau Fortmann und Herrn Hahne eine stetige erfolgreiche Entwicklung genommen“, so Ilsemann. Die SPD/FDP-Gruppe im Kreistag sehe sich verantwortlich für die Gesundheitsversorgung im Landkreis Schaumburg und sei auch im Gegensatz zu anderen nicht eingeknickt, als es um eine Kostenbeteiligung gegangen ist.
„Die Patienten leben im Landkreis, die Mitarbeiter wohnen zum größten Teil hier – da haben wir Verantwortung gezeigt und mit acht Millionen Euro die finanzielle Situation des Klinikums nach Corona verbessert und dem Management Handlungsspielraum gegeben“, erinnerte der Gruppenvorsitzende Eckhard Ilsemann.
(pr)




