Unter Solarzellen parken und laden: Planungen für Solar Car- und Radport gehen weiter
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(Bückeburg) An diesem Projekt scheiden sich zeitweise die Geister:

Die einen sehen es als essentielle Maßnahme mit Leuchtturmcharakter an, andere sehen hier eine nicht unbedingt nötige Ausgabe städtischer Mittel mit nur mäßigem Nutzen. Auf dem Dr. Witte-Platz soll ein Solar-Car- und Radport entstehen, unter dem geparkt und zugleich das Rad oder E-Auto geladen werden können. Die Planungen sind so weit ausgereift, nun soll die Ausschreibung erfolgen.

Insgesamt fünf PKW sowie ausreichend Platz für Elektrofahrräder soll das Solarcarport bieten. Als simple Aluminiumkonstruktion geplant, bildet die Solaranlage die eigentliche Überdachung. Für die Versorgung wurde bereits mit den hiesigen Stadtwerken kommuniziert, passenderweise steht ein wenig weiter hinten auf dem Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum geplanten Bau ein Trafohäuschen, das dafür genutzt werden könne, informiert Bauamtsleiter Björn Sassenberg.

Doch nicht alle sind so angetan davon, das Projekt nun zu realisieren. Dieter Everding (SPD) äußerte daher im jüngsten Klima- und Umweltausschuss seine Bedenken: „Ich wundere mich, wir sollen doch eigentlich sparen. Das ist zwar ein sinnvolles Projekt, ich hätte das aber lieber geschoben um zwei bis drei Jahre. So ist das aktive Steuerverschwendung und ob am Ende da wirklich E-Räder geladen werden? Alle heimischen Radfahrer machen das doch zuhause, und Touristen meist bei ihrer Unterkunft“, stellt er in den Raum. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es meiner Meinung nach die falsche Entscheidung, wir sollte das Geld eher in die Umrüstung der Straßenlaternen stecken“.

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Uneinigkeit darüber, wie es mit dem Solar-Carport weitergehen soll – am Ende votiert das Gremium knapp für eine Fortführung der Planungen.

Dementsprechend werde auch die Gruppe SPD/Linke dagegen stimmen. Inga Siemann (Grüne) versuchte für das Projekt eine Lanze zu brechen: „Die Fläche ist eh schon versiegelt und wir können hier ein Signal setzen für erneuerbare Energien, das ist niemals falsch. Diese Investition lag schon vor der prekären Haushaltslage auf dem Tisch und wir haben das Geld immer wieder geschoben, aber jetzt sollten wir das auch umsetzen.“ Everding erinnerte daran, dass zum Beginn der Planung die Haushaltslage eine andere war (bevor unter anderem die kostspieligen Schulsanierungen vorgezogen werden mussten): „Das Projekt läuft uns doch nicht weg. Es ist jedoch auch immer einfach, mit Geld umzugehen, dass einem nicht gehört“.

Auch Oliver Salomon sprach sich im Namen der Freien Wähler gegen das Projekt aus: „Unsere finanzielle Lage wird nicht besser, eher schlimmer. Zudem bezweifle ich, dass alle E-Bike-Fahrer ständig ihr Ladegerät mitschleppen, um es dann dort zu nutzen.“

Philipp Stahlhut pochte im Namen der CDU auf eine Entscheidung: „Entweder machen wir das jetzt oder gar nicht“. Das Votum fiel dementsprechend erdenklich knapp aus: Die Fortführung der Planungen und die Vorbereitung der Ausschreibungen wurde mit vier ja-Stimmen beschlossen – drei Ausschussmitglieder votierten dagegen.

(nh)

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