Reaktivierung der Bahnstrecke Rinteln-Stadthagen und Anbindung an den Großraumverkehr Hannover gefordert
Werbung

(Rinteln/Stadthagen) Am 10. und 13. November wurde von den Parents for Future Schaumburg (P4F) per Videokonferenz ein auf den Landkreis bezogener Forderungskatalog für Klimaschutzmaßnahmen der Presse vorgestellt und unter anderem mit Mitgliedern des Kreistags sowie den Schaumburger Bundestags- und Landtagsabgeordneten beraten. Den Katalog hatten sechs weitere Organisationen mitgezeichnet, darunter der Förderverein Eisenbahn Rinteln-Stadthagen e. V. (FERSt) – neben genereller Unterstützung der Forderungen ist auch explizit die Reaktivierung der Bahn nebst Anbindung an den Großraumverkehr Hannover (GVH) enthalten.

Holzumschlag in Obernkirchen (Foto: FERSt)

FERSt-Vorsitzender Thomas Stübke wies zunächst auf den hohen CO2-Ausstoß des Verkehrs und auch die, aus seiner Sicht, Erforderlichkeit der Verkehrswende hin. Die gesamte Politik sei gefordert für ein wesentlich besseres Angebot inklusive Vernetzung von Zug, Bahn, Bus/Anrufbus nebst Fahrradinfrastruktur zu sorgen, damit die Menschen die Alternativen zum PKW auch nutzen können. Die Eisenbahn Rinteln-Stadthagen wird gegenwärtig nur durch Güterverkehr am Leben erhalten, was auf Dauer nicht ausreichend sei.

Für neuen öffentlichen Personenverkehr richtete Stübke zwei wichtige Appelle an die Mitglieder des Kreistags und der Räte von Stadthagen und Rinteln: Der vor über zehn Jahren gefasste Beschluss zur Stilllegung der Strecke solle aufgehoben werden, damit die Rinteln-Stadthagener Verkehrsgesellschaft mbH (RStV) als Eigentümerin (Anteilseigner Landkreis und Städte Stadthagen, Rinteln und Obernkirchen) nicht mehr daran gebunden sei. Weiterhin soll die Neubeauftragung einer standardisierten Bewertung der Strecke erfolgen. Eine solche war bereits schon einmal 2015 erfolgt, wobei der für die Reaktivierung erforderliche „Faktor 1,0“ mit nur 0,53 nicht erreicht wurde, so dass die Kosten reduziert oder höhere Fahrgastzahlen erreicht werden müssten. Zum heutigen Zeitpunkt sieht es in dieser Hinsicht erheblich günstiger aus: Mit dem Ziel der Bundesregierung, bis 2030 100 Prozent mehr Menschen in die Fernzüge bekommen würde auch die Fahrgastprognose höher ausfallen, außerdem seien die Kapitalkosten durch das gesunkene Zinsniveau deutlich reduziert sowie der Nutzen für die Umwelt heute erheblich höher bewertet – so haben sich die Fachberater geäußert, mit denen die Bahnprotagonisten in Verbindung stehen. Damit könnte die RStV mit bereits jetzt schon getätigten Investitionen den Bewertungsfaktor positiv beeinflussen.

Der Güterverkehr nimmt weiter zu. Im Bild zusehen: Schotterumschlag bei Fa. Ahrens auf dem Georgschachtgelände. (Foto: FERSt)

Schon länger ist der explizite Wunsch einer Streckenreaktivierung Rinteln-Stadthagen auch auf der Agenda namhafter Organisationen wie dem Verband Deutscher Verkehrsbetriebe (VDV), dem Fahrgastverband PRO BAHN, dem Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD) sowie den 23 Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Verbänden unter dem Dach der „Allianz pro Schiene“. (pr)

Werbung