Ein Welt-Tenor singt in Bückeburg: Klaus Florian Vogt begeistert das Publikum
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(Bückeburg) Bei den Bayreuther Festspielen hat Klaus Florian Vogt als Lohengrin das Publikum begeistert. Jetzt tourt er als Liedsänger begleitet am Klavier von Jobst Schneiderat durch Deutschland und machte nun auch in Bückeburg im Rathaussaal halt. Der Liederabend war ausverkauft, alle Stühle besetzt.

Die Stimme von Klaus Florian Vogt lässt sich kaum richtig einordnen: Der Sänger verfügt über die Strahlkraft eines jugendlichen Heldentenors, gleichzeitig aber über die mühelose Leichtigkeit seiner teilweise lyrischen Stimme.

Gemeinsam mit seinem – anfangs etwas zurückhaltenden – Klavierbegleiter Jobst Schneiderat präsentierte Vogt eine Auswahl aus dem Liedschaffen von Joseph Haydn. Diese Strophenlieder sind überwiegend Sinnsprüche und Tändeleien, und genauso singt sie Vogt: geradeheraus, ohne aufdringliches «Höret die Moral»-Zwinkern in der Stimme, allenfalls mit leiser Ironie. Die agile Leichtigkeit, mit der er dabei seinen charakteristisch hellen, kaum im Baritonregister fundierten Tenor führt, ist beachtlich für einen Sänger seines Fachs. Hell und klar, jeden Ton hörend und jedes gesungene Wort verstehend, sang sich Vogt im ersten Teil warm.

Klaus Florian Vogt, begleitet am Klavier von Jobst Schneiderat

Der große Tenor, der vom 1. Vorsitzenden des Kulturvereins e.V. – Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe – folgendermaßen angekündigt wird: „Nicht jeder Künstler ist ein Star, nicht jeder Star ist ein Künstler, aber Klaus Florian Vogt ist beides“, wirkt eher bescheiden und zurückhaltend. Aber irgendwann im Laufe des Abends kommt es dann doch manchmal: Ein bisschen Wagner mit Walküren-Dröhnen ist dann dabei, wenn seine Stimme durch den Rathaussaal hallt. Und das ist gut so! Wenn schon ein Weltstartenor in Bückeburg singt, dann soll er es auch. Das Publikum ist jedenfalls begeistert. Gibt viel Applaus und bittet am Ende um Zugaben. Sind doch diesmal mehr Zuschauer von weiter her gekommen, als nur aus Bückeburg und dem Landkreis Schaumburg.

Ja und es gibt auch einige kritische Stimmen zum Rathaussaal. Alt ist dieser und ziemlich marode, die WC-Anlagen, die Treppenstufen nach oben, sagt eine Dame aus Celle, die des Öfteren in Hamburg Konzerten lauscht. Auch die Akustik ist hier ist nicht wirklich gut, sagt ein Herr aus Lüneburg. Aber Bückeburg ist schon recht schön, das Schloss, die Altstadt und die Menschen. Und ein schöner Liederabend mit Klaus Florian Vogt war es dann allemal.

(Text & Fotos: Sandra Kossendey)

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