Trassenausbau/-neubau der Bahnstrecke Hannover – Bielefeld: Dialogverfahren noch vor Sommerferien 2020
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(Landkreis/Berlin) Zu den Planungsabsichten des Bundesverkehrsministeriums in Sachen Bahntrasse zwischen Hannover und Bielefeld fand am 14.10.2019 ein umfassendes Informationsgespräch im Ministerium statt. Einleitend wurde die Situation dargestellt, die aufgrund der Verlautbarungen des parlamentarischen Staatssekretärs vor Ort entstanden ist. Landrat Jörg Farr machte deutlich, dass in der Bevölkerung erheblicher Unmut und Verunsicherung auch wegen der Vielzahl genannter Trassenverläufe entstanden sei und die Unklarheiten auch abträglich seien für Planungsentscheidungen der Kommunen und Vorhaben von Investoren. Der Termin sollte dazu dienen, den Stand der Planungen des Bundesverkehrsministeriums zu klären, teilte der Landkreis Schaumburg mit.

Staatssekretär Enak Ferlemann führte daraufhin aus, das Ministerium arbeite an dem endgültigen Entwurf (3. Entwurf) des Deutschlandtaktes. Dieser solle im ersten Quartal 2020 stehen. Daraus wäre abzuleiten, welche Geschwindigkeiten zwischen Hannover und Berlin erreicht werden müssten.

Das Ministerium beabsichtige als Kernelement des Deutschlandtaktes, Vorgaben zu sogenannten Kantenzeiten zu machen, insbesondere für Hannover, Bielefeld und Hamm. Ziel sei eine Fahrtzeitverkürzung, die sich nach dem derzeitigen Entwurf auf 30 Minuten zwischen Hannover und Hamm belaufe. Hierbei wird die gesamte Strecke betrachtet. Nach der Vorlage des Entwurfes zum Deutschlandtakt solle das Dialogverfahren durch das Land Niedersachsen beginnen und zwar noch vor den Sommerferien 2020.

Ferlemann betonte weiter, dass es vor Beginn des Dialogverfahrens keine Vorfestlegungen auf eine Vorzugsvariante geben werde. Alle möglichen Varianten müssten geprüft werden. Die Ausbauvariante in ganzer Länge hält er allerdings für eher unwahrscheinlich im Hinblick auf Linienführung und bestehende Engpässe in den Orten.

Kernaussagen sind weiterhin: Die vor einigen Jahren getroffene Entscheidung, max. Fahrgeschwindigkeiten bis zu 250 km/h anzustreben, habe sich als falsch erwiesen und werde revidiert. Strecken und ICE’s sollen zukünftig auf 300 km/h ausgelegt werden.

Neubaustrecken würden so gebaut, dass nachts auch Güterverkehre abgewickelt werden, was besondere Anforderungen an maximale Steigungen stelle. Diese dürfen 12,5 ‰ (pro mille) nicht übersteigen. Daraus abgeleitet sei eine durchgängige oberirdische Führung entlang der A 2 nicht möglich, wohl aber eine weitgehend unterirdisch geführte Tunnelvariante. (pr)

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