Milliardenschwerer Sanierungsstau an Niedersachsens Schulen
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Eine Abfrage des NDR Fernsehmagazins „Hallo Niedersachsen“ hat jetzt alarmierende Zahlen zu Tage gefördert: Schätzungsweise 5 Milliarden Euro fehlen in den Haushalten der Kommunen und Landkreisen für die Sanierung von Schulen. Das ist das Ergebnis der Abfrage bei allen Schulträgern in Niedersachsen. Die Schulen befänden sich laut NDR teilweise in einem besorgniserregenden Zustand.

Befragt wurden alle 444 Schulträger in Niedersachsen. Etwa ein Viertel davon, also rund 110 Schulträger, sie sind verantwortlich für 737 Schulen, haben „Hallo Niedersachsen“ geantwortet: 471 Schulen, also rund 60 Prozent, sind sanierungsbedürftig. 1,4 Milliarden Euro müssten allein diese Schulträger bereitstellen, um ihre Gebäude zu sanieren. Hochgerechnet auf alle 2775 Schulen in Niedersachsen wären das 5 Milliarden Euro für Sanierungen. Geld, das die Kommunen in ihre Schulen investieren müssten, denn sie sind verantwortlich für die bauliche Unterhaltung. Im Beispiel der Stadt Bückeburg führt der NDR einen Sanierungsbedarf in vier Schulen in Höhe von 13 Millionen Euro an. Das entspricht 3,25 Millionen pro Einrichtung. Geplant sind für das Jahr 2019 Investitionen von gerade einmal 500.000 Euro.

„Viele der Schulen stammen aus den 60er und 70er Jahren“, so heißt es im NDR-Bericht, „gerade in den vergangenen Jahrzehnten wurden kaum notwendige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt“. An der Nicolas-Born Oberschule in Dannenberg lassen sich beispielsweise viele Fenster überhaupt nicht mehr öffnen, manche drohen rauszufallen. Dazu kommen Wasserschäden und undichte Fenster. „Mir ist das mal selber so gegangen, dass ich im Unterricht stand mitten im Klassenraum und habe etwas erklärt und auf einmal kam mir eine Lampe von oben auf den Kopf gefallen“, klagt Schulleiterin Miriam Steffen, „Weil die Platten durchgeweicht sind und die Lampen nicht mehr halten können.“

Quelle Screenshot: (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Milliarden-fehlen-fuer-Schulsanierungen,schulsanierung114.html)

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) beklagt, dass den Schulträgern das Geld für die Sanierung der Schulen fehle. „Wir bekommen ständig neue Aufgaben, wir bekommen teilweise die Finanzierungen weggenommen, und das ist ein ganz großes Thema: Dass die Sozialausgaben in Deutschland wachsen und die Investitionsquote immer vor sich hin dümpelt“, warnt NSGB-Präsident Marco Trips, „Diese Schere geht immer weiter auseinander, insofern steht immer weniger Geld für Investitionen und mehr für Soziale Ausgaben zur Verfügung. Wir leben von der Substanz.“ Marco Trips sieht das Land Niedersachsen und den Bund in der Verantwortung für die fehlenden Milliarden aufzukommen und entsprechende Förderprogramme auf den Weg zu bringen. Auf die im Koalitionsvertrag von SPD und CDU zugesicherte Milliarde für Schulsanierungen warten die Kommunen, Trips zufolge, nämlich noch immer. Die bereits vorhandenen Förderprogramme sind oft auf Co2-Reduktion und Digitalisierung ausgelegt.

Nach den Datenrecherchen von „Hallo Niedersachsen“ müsste landesweit die Region Hannover am meisten investieren. Insgesamt 371 Millionen Euro. Sie ist Trägerin von 32 Schulen. Das heißt, durchschnittlich müssten 11,6 Millionen Euro pro Schule investiert werden. Im Landkreis Lüchow-Danneberg müssen alle acht Schulen für 43 Millionen saniert werden und in Gehrden fehlen 31 Millionen Euro für die vier Schulen in kommunaler Trägerschaft.

Weitere Informationen auf www.ndr.de/niedersachsen. Dort sind auf einer interaktiven Liste alle 112 Schulträger mit den Daten zur Höhe der Sanierungsausstände zu finden.

(Quelle: NDR.de)

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